Komplexität als nächster Widerspruch

Hier ein besonderes Beispiel von Komplexität: Der Bombardierkäfer:

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Abbildung 21: Bombardierkäfer

Bombardierkäfer in Aktion

Kurzvideo:
Bombardierkäfer in Aktion

Obwohl dieser erstaunliche Bombardierkäfer nur etwa einen Zentimeter groß ist, kann er sich äußerst wirkungsvoll gegen Fressfeinde verteidigen. Dazu hat er ein ausgeklügeltes Waffensystem in seinem Hinterleib. Wird er angegriffen, produziert der Käfer mit seinen Drüsen Wasserstoffperoxid und Hydrochinon (ein Phenol). Wasserstoffperoxid kennt man als Haarbleichmittel, die farbigen Chinone kommen in der Natur oft als Pigmente vor. Diese beiden chemischen Substanzen werden in einer Sammelblase gelagert. In einer Explosionskammer, die mit dieser Blase verbunden ist, befinden sich Peroxidasen und Katalasen. Das sind Katalysatoren für chemische Reaktionen. Bei Gefahr leitet das Insekt die Chemikalien in die Explosionskammer. Dort werden durch die Katalysatoren das Hydrochinon zu Chinon und das Wasserstoffperoxid zu Wasser und Sauerstoff umgewandelt.
Dabei wird viel Wärme frei. Es wird so heiß in der Explosionskammer, dass das Wasser verdampft. Dadurch baut sich ein großer Druck auf und dann schießt ein ätzendes, 100° C heißes Gasgemisch mit einem Knall aus dem Bombardierkäfer heraus. Durch das Chinon bekommt die Abwehr-Wolke eine dunkle Farbe.

Die Wand der Explosionskammer ist mit einer dicken Hautdecke versehen und mit kugeligen Gruppen einzelliger Enzymdrüsen ausgestattet. Bombardierkäfer können nicht nur präzise ihre Waffe einsetzen, sondern sogar um die Ecke schießen. Dafür haben sie zwei scheibenförmige Reflektoren an jeder Seite der Spritzdüse, mit denen sie die Gase umlenken können. Die Explosion stellt ein abwehrendes oder zumindest Erschrecken hervorrufendes akustisches und optisches Signal dar.
An diesem Beispiel sehe ich gleich drei Parallelen zu den vorangehenden Themen:

 

  • Der Käfer benötigt inneres Wissen über seine Feinde, da der Abwehrmechanismus nur dann Feinde abwehrt, wenn er einen wirksamen Angriffspunkt nutzt, in diesem Beispiel die Hitzeempfindlichkeit.
     

  • Der Käfer besitzt mit diesem Mechanismus eine nicht reduzierbare Komplexität, ein beliebtes Argument der Vertreter des "Intelligenten Designs". Auch wenn die Evolutionsbiologen anhand des Auges vorführen, dass es eine Entwicklung des Auges gegeben hat und die Komplexität nach und nach entstanden sein könnte, so ist es fraglich, welche sinnvollen Zwischenschritte es bis zur Hitzekanone geben könnte.
     

  • Es steht hier auch die Frage, wo und wie die sinnvollen Funktionsabläufe programmiert sind. Genauso gut hätte die Evolution einen Käfer hervorbringen können, der nur warme Luft produziert, damit der Gegner sich auch noch wohlfühlt. Dieser Käfer wäre sicher längst von der Lebensbühne verschwunden. Auch ein Käfer, dem das Gemisch nach hinten losgeht, würde in das Raritätenkabinett der Evolution gehören. An die schlimmste Mutationsvariante, dass der Käfer sich einfach selbst in die Luft sprengt, soll hier nicht gedacht werden.

Die "umprogrammierte" Ameise
Quelle: Christliche Gehörlosen-Gemeinschaft.
http://www.cgg-online.de/wissenschaft/Evolution/KomplexeBiologie.htm

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Abbildung 22: Der Lebenszyklus eines Leberegels

"Stellen Sie sich vor, einem Diktator würde es mithilfe eines skrupellosen Wissenschaftlers gelingen, die Gehirne der Menschen so zu beeinflussen und zu verändern, dass sie willenlose Werkzeuge seiner verbrecherischen Pläne werden. Dann handeln solche Menschen nicht mehr nach eigener Einsicht, nach ihrem Ermessen und persönlichem Entscheiden, sondern nach den Befehlen des Diktators, der ihr Gehirn beherrscht. Sie können sich nicht einmal zur Wehr setzen. Solches nur in den Science-Fiction-Romanen und -Filmen vorkommende Schreckgespenst schafft Gott sei Dank kein Mensch trotz aller wissenschaftlichen Fortschritte und technischen Möglichkeiten. Aber ein lästiger, gefährlicher Parasit hat dies fertiggebracht! Es handelt sich dabei um den kleinen Leberegel, der in Schafen und anderen Weidetieren lebt.


Seine Eier werden mit dem Schafkot ausgeschieden, und der wird wiederum von Schnecken verzehrt. In deren Verdauungssystem schlüpfen die Larven, die dann wiederum ausgeschieden werden, eingepackt in eine schleimige Hülle. Eine Ameise frisst das Schleimpaket samt mehrerer Larven und in ihrem Körper entwickeln sich diese weiter. Dann kommt das Problem: Um sich zu einem erwachsenen Leberegel zu entwickeln, müssen die Larven wieder ins Schaf gelangen. Eine am Boden krabbelnde Ameise wird vom Schaf kaum verschluckt. Da wendet der Schmarotzer einen Trick an: Eine Larve wandert ins Gehirn der Ameise und programmiert das normale Verhalten der Ameise um. Was die Ameise nun tut, entspricht genau diesem aufgezwungenen anderen, fremden Programm: Gegen ihre Gewohnheit krabbelt die Ameise an einem Grashalm ganz oben bis zur Spitze. Dort beißt sie sich fest. So ist die Wahrscheinlichkeit wesentlich höher, dass die Grashalme mit unbeweglich festsitzenden Ameisen vom Schaf gefressen werden und der Leberegel wieder in das Schaf gelangt. Dort reift die Larve zum Wurm heran. Mit Wurm-Paarung und Eiablage beginnt der Kreislauf von Neuem.


Dieser abenteuerliche Lebenszyklus funktioniert nur, wenn der Kreis ganz geschlossen ist, d. h. wenn alle Teilprozesse vorhanden sind und sich lückenlos ergänzen. Fehlt ein Teilprozess, würden die anderen schnell durch stabilisierende Selektionswirkung beseitigt werden. Die Perfektion eines komplizierten Verhaltens, das nicht erst nach dem Prinzip von Versuch und Irrtum durch Erfahrung erlernt werden muss, deutet auf exakte Programmierung hin. Weiterhin ist es schwer vorstellbar, dass die "praktisch intelligenzlose" Larve "herausgefunden" hat, wo zum Beispiel das Gehirn der Ameise sitzt und an welcher Stelle sie das Verhaltensprogramm ändern sollte, damit die Ameise ihren Befehl ausführen kann. Mit anderen Worten: Wie ist die Information für die raffinierte Überlebensstrategie im Instinktprogramm des Kleinen Leberegels entstanden?"

Dazu ergänzend aus "Der Ameisen-Manipulator", von Stefanie Reinberger, 27. März 2012, 8:55 Uhr Quelle: ZEIT ONLINE:


"Wie der Kleine Leberegel zu seinem seltsamen Lebenswandel gekommen ist, ist nicht im Detail erforscht. Sicher ist: Das merkwürdige Treiben des Saugwurms ist ein Glanzstück der Evolution. Denn einen neuen oder zusätzlichen Wirt zu erobern, ist ein komplizierter Prozess und für den Parasiten immer mit Gefahren verbunden. Er muss sich anpassen und Strategien entwickeln, um die Abwehr des Wirtes auszutricksen.
Die Entstehung einer solchen Anpassung im Laufe der Evolution kann Millionen von Jahren dauern", sagt Joachim Kurtz, der an der Universität Münster an einem Fischbandwurm mit einer ähnlich komplizierten Lebensweise forscht."

Strategien entwickeln ?  Wie so oft werden in evolutionsbezogenen Aussagen Begriffe verwendet, die mit Bewusstsein assoziiert sind: Strategien, geniale Baumeister, raffinierte Mechanismen, ...


Was nützen Millionen Jahre, wenn die Manipulation eines fremden Gehirns voraussetzt, dass der winzige Leberegel die Struktur des Ameisengehirns kennen muss und wie es zu eigenen Zwecken zu manipulieren ist, sofern Verhalten überhaupt in den neuronalen Netzen des Gehirns zu finden ist. Der Leberegel müsste auch wissen, dass eine Ameise an der Spitze eines Grashalmes eher von einem Schaf gefressen wird, als vom Erdboden. Mit diffusen Floskeln wie "Die Entstehung einer solchen Anpassung im Laufe der Evolution kann Millionen von Jahren dauern" erreicht die Evolutionsbiologie den Stand einer fundamentalistischen und schon religiösen Weltsicht.

Die erste Generation des Schmarotzers, die diese Manipulation nicht geschafft hätte, wäre bereits ausgestorben und damit gäbe es den Leberegel heute nicht mehr. Die Annahme, dass so ein winziger Schmarotzer die Umprogrammierung des Verhaltens einer Ameise in einem evolutionärem Prozess entwickeln kann, ist einfach absurd.

Zum Abschluss des ersten Teils sei ein Filmausschnitt zur erstaunlichen Vermehrung des Tigeregels wiedergegeben. Hier sind Begriffe wie Selektionsdruck oder Anpassung fehl am Platze: Ich kann dieses Verhalten nur als eine bewusste Inszenierung verstehen.

Schneckentantra

Schneckentantra - Inszenierung

Weitere Beispiele für logische Widersprüche in der aktuellen Evolutionsbiologie selbst und deren Konfrontation mit den empirischen Fakten würden eine ganze Bibliothek füllen. So hat dieser Ausflug in die genetische Welt gezeigt, dass es gerade die genetischen Erkenntnisse sind, die der heutigen Evolutionsbiologie den Boden unter den Füßen wegziehen.

Ende Teil 1