Die Forschungen des Biophysikers Prof. Fritz-Albert Popp

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Abbildung 3: Biophotonen und Prof. Popp

Professor Popp (* 11. Mai 1938 in Frankfurt am Main; † 4. August 2018 in Meerbusch) vom Internationalen Institut für Biophysik in Neuss hat die Ergebnisse des russischen Forschers Alexander Gurwitsch aus den 1920er Jahren bestätigt und weitergeführt. Beide haben sich den sogenannten Biophotonen gewidmet, die jede Zelle emittiert und u. a. der Zellkommunikation dient. Gurwitsch nannte damals diese extrem schwache UV-Lichtemission aus biologischem Gewebe mitogenetische Strahlung.

Was sind Biophotonen?
Der folgende Text ist eine sehr stark gekürzte Fassung eines Vorlesungsskriptes, den Prof. Popp vor vielen Jahren unter biophotonik.de (etwa 2009 noch erreichbar) veröffentlichte. Heute gibt es diese ursprüngliche Internetseite nicht mehr. Einige Aussagen sind relativ bezogen auf die Zeit von vor etwa zehn Jahren zu sehen:

"Die Entdeckung der Biophotonen geht auf den russischen Embryologen Alexander Gurwitsch zurück, der nach einem Studium in Deutschland und besonders beeindruckt vom Feld-Begriff in der Biologie um 1920 postulierte, dass es ein morphogenetisches Feld geben müsse, mit der fundamentalen Eigenschaft und dem biologischen Ziel, das Zellwachstum und die damit verbundene Organisation und Gestaltbildung in Lebewesen zu regulieren."

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Abbildung 4:  Mitogenetische Strahlung

"Gurwitsch hatte natürlich, wie es bei allen Entdeckungen der Fall ist, Vorgänger, die seine Ideen anregten, beflügelten oder gar auslösten. Dazu gehörte besonders der deutsche Entwicklungsbiologe Hans Driesch, der in einem seiner grundlegenden Experimente gezeigt hatte, dass die Entwicklung von Embryos aus den Mutterzellen nicht auf lokale Wechselwirkungen (nach Art chemischer Prozesse) zurückgeführt werden kann, sondern ein feldartiges, raumzeitlich nicht-lokales - mit einer Gedächtnisfunktion ausgestattetes - Regulationsvermögen erfordert.

Alexander Gurwitsch, der unter anderem an der berühmten Staats-Universität Moskau [Lomonossow-Universität] lehrte, postulierte ein 'morphogenetisches Feld', dessen wissenschaftliche Grundlagen er in akribischen Experimenten aufzudecken versuchte
Bis heute gibt es kein einziges Experiment, das die Experimente und Resultate Alexander Gurwitschs infrage stellen könnte und vor allem die Existenz dieser mitogenetischen Strahlung seriös widerlegt hätte. Selbst Denis Gabor, kein Geringerer als der spätere Nobelpreisträger auf dem Gebiet der Holographie, bezeugte damals in Berlin-Siemensstadt die Korrektheit der Ergebnisse des
Gurwitsch´schen Zwiebelversuchs.
Es mag den Wirren der Kriegszeiten in Europa, der aufkommenden Biochemie in ihrer Monopolstellung zur Erklärung biologischer Phänomene und dem allgemein üblichen Desinteresse der Physik an der Biologie zuzuschreiben sein, dass Gurwitsch´s Arbeiten nicht nur vergessen, sondern überdies verketzert und bewusst in Misskredit gebracht wurden."

Nun noch weiter mit den Aussagen von Prof. Popp:


"Dass dieser Zustand in Deutschland bis heute anhält und an Infamie teilweise sogar übertroffen wird, belegen eindrucksvoll die wikipedia-Beiträge 'Biophotonik', 'Biophoton' und 'Fritz-Albert Popp', die u. a. von einem Möchtegern-Biologen, einer Märchenerzählerin und weiteren Fälschern, Trittbrettfahrern und geschützten Verleumdern in die Welt gesetzt werden.
Was "Fälscher, Schwindler und Scharlatane" an unbedeutenden deutschen Hochschulen anbelangt, so dürfte ein Zusammenhang allerdings leider nicht völlig belanglos sein. Auf solche Verleumder gestützt, wurden und werden auch heute noch die Kampagnen gegen Alexander Gurwitsch und der Fortschritt auf dem Gebiet der Biophotonik über Jahrzehnte hin blockiert und in absurd falsche und eben jene Denkrichtungen umgeleitet, von denen man sich durch Irreführung der Öffentlichkeit höhere Profite oder gar öffentliche Zustimmung und unverdiente Pöstchen verspricht. Das erklärt unsere sensible Wachsamkeit in diesen Punkten, die aufzubieten wir für dringend erforderlich halten.


So wurde nach dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr über die eigentliche Problematik, nämlich die Ursachen des Zellwachstums, nachgedacht, sondern bezüglich der 'Biophotonen' allein nur darüber, ob es eine 'mitogenetische Strahlung' überhaupt gibt oder (besser) nicht gibt.
Befürworter wurden als Sektenmitglieder, Esoteriker, unwissenschaftliche Spinner, Gläubige des Wunders aus der UdSSR bis hin zur Unterstellung diffamiert, sie seien geisteskrank, und es lohne sich nicht einmal, über deren Aussagen auch nur nachzudenken.


Das war der Stand der Dinge, als wir um 1970 durch quantentheoretische Arbeiten an krebserregenden Substanzen die Notwendigkeit von extrem schwacher Photonenstrahlung in lebenden Organismen und ihre Bedeutung erkannten und so auch auf die 'mitogenetische Strahlung' Alexander Gutwitschs stießen. Heute arbeiten wir mit seinem Nachfolger und Enkel, Prof. Dr. Beloussov, sowohl in Neuss als auch an der Staatsuniversität Moskau eng zusammen. Um 1990 gründete ich mit Beloussov das Gebiet der 'Biophotonik', das inzwischen Weltruf und internationale Anerkennung fand. Auf der größten und bedeutendsten internationalen Tagung über Photonik in Tokyo wurde unser Institut als federführend für die internationale Entwicklung der Biophotonik ausgewählt.


Nachdem die im Westen erzielten und veröffentlichten Bestätigungen der Existenz der mitogenetischen Strahlung in der wissenschaftlichen Gemeinschaft lange Zeit entweder unbeachtet blieben oder nach wie vor bezweifelt wurden, nahm mein Doktorand Bernhard Ruth an der Universität Marburg, von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanziert, die Arbeit zum Nachweis dieser Strahlung auf und entwickelte den auch noch heute optimalen und empfindlichsten Detektor zum Nachweis mitogenetischer Strahlung.
Diese Doktorarbeit gehört noch heute zu den am meisten gelesenen und mit hervorragender Note akzeptierten Dissertationen der Universität Marburg.


Ich nannte die Strahlung Biophotonen, um zum Ausdruck zu bringen, dass diese schwache Lichtemission aus einzelnen Photonen besteht und von allen biologischen Systemen abgestrahlt wird, nicht etwa mit der gewöhnlichen Bio-Lumineszenz verwechselt werden darf, eine singuläre chemische Quelle der Emission nicht nachgewiesen ist, zur Unterscheidung von der gewöhnlichen Chemilumineszenz, ihre Bedeutung weit über die Stimulation des Zellwachstums (Mitose) hinausgeht.

Der Begriff wurde inzwischen in kompetenten Fachkreisen international übernommen. In Asien, Australien, teilweise in Europa und den USA werden an Universitäten seit Jahren Vorlesungen über Biophotonen gehalten, während in Deutschland die Existenz nach wie vor noch nicht zur Kenntnis genommen wurde. Die technische Entwicklung und Nutzung der Biophotonen, sowie wissenschaftliche Arbeiten zur Erforschung ihrer Eigenschaften haben zurzeit Hochkonjunktur.


Als ich Ilya Prigogine, der mich in unserem Labor aufsuchte, zum ersten Mal die Ergebnisse zeigte, rief er aus: 'Damit ist Gurwitsch rehabilitiert'. Genau das trifft zu. Es zeigte sich nämlich, dass das Zellwachstum streng mit der Biophotonen-Emission korreliert. Es zeigte sich ferner, dass es sich bei den Biophotonen um ein Feld handelt.
Es zeigte sich, dass die raumzeitlichen Wechselwirkungen dieses Feldes nicht-lokal sind.
Schritt für Schritt entstand ein neues, konsistentes Bild des Lebewesens, das als Antennen-System in allen Frequenzbereichen des elektromagnetischen Spektrums auf den Ozean elektromagnetischer Wellen, der uns ständig umgibt, mit höchster Sensitivität und gleichzeitig größtmöglicher Stabilität reagiert. Gleichzeitig sind Lebewesen Ausgangspunkte elektromagnetischer Information und so auch die eigentlichen Quellen einer nie versiegenden Evolution. Es sind nicht neo-darwinistische Zufallsprodukte chemischer Reaktionen, sondern auf Information ausgerichtete Sender und Empfänger höchst sensibler Botschaften."


Hier haben wir bereits einen ersten Ansatz zur Erklärung der Fernwirkung von Genen, wenn von der einengenden rein biochemischen Sichtweise das Geschehen in der Zelle ein alles überlagerndes Feld hinzukommt. Mit dieser Feldsicht lassen sich plötzlich die Ontogenese und allgemein die Zellkommunikation viel einfacher erklären und verstehen. Es ist eine Kommunikation mit Lichtgeschwindigkeit und die Kohärenz der Strahlung erlaubt auch die Kopplung mit Informationen. Aus rein biochemischer Sicht ergibt sich keine Informationsübertragung von Gen zu Gen oder vom Gen zum Geschehen in und außerhalb der Zelle.

Warum wohl hatte und hat es die Biophotonen-Forschung so schwer, von der etablierten Wissenschaft (zumindest in Deutschland) wahrgenommen und akzeptiert zu werden?
Das hängt natürlich damit zusammen, dass Forschungsergebnisse, die nicht mit dem aktuellen Paradigma übereinstimmen, die berühmten drei Phasen durchlaufen müssen (Arthur Schopenhauer zugeschrieben):

 

  • Eine neue Idee wird in der ersten Phase belächelt,

  • in der zweiten Phase bekämpft,

  • in der dritten Phase waren alle immer schon begeistert von ihr.

Selbst der Begriff Biophotonik wird heute völlig anders definiert, ohne überhaupt auf die ursprüngliche Bedeutung und der anderen Ausrichtung einzugehen. Kein Wunder, dass Wikipedia die historische Bedeutung der Forschungen von Prof. Popp, der 2018 diese Welt verlassen hat, in keinem Wort würdigt, sondern ihn auch noch in die esoterische Ecke schiebt.

Was ist ein Paradigma:
Den schon in der Antike benutzten Begriff führte der Wissenschaftshistoriker und Wissenschaftsphilosoph Thomas Kuhn ein:


"In der Wissenschaft fand stets ein Wandel statt, der sich aus Phasen der Normalwissenschaft und Phasen der wissenschaftlichen Revolution zusammensetzt. In der Phase der Normalwissenschaft gibt es ein Paradigma, das als Rahmen für die Lösung eines Problems gesehen werden kann und Grundannahmen enthält. Solange mit diesem alles erklärt werden kann, gibt es kein Problem, doch früher oder später häufen sich die Anomalien, eine Krise entsteht. In der Phase der Revolution findet ein Kampf zwischen verschieden Paradigmen statt, bis sich eines durchsetzt. Dieses wird von allen Wissenschaftlern anerkannt, der Paradigmenwechsel ist vollzogen."

(Thomas S. Kuhn, 1922-1996 US-Wissenschaftshistoriker und –philosoph, aus: "Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen")

Beispiel: Einsteins spezielle Relativitätstheorie löste die Newtonsche Mechanik ab und integriert sie als Spezialfall.
Revolutionen sind notwendig, wenn die Normalwissenschaft innerhalb eines fest stehenden Paradigmas Widersprüche (z. B: zwischen Theorie und Empirie) nicht auflösen kann. 
Für mich ist es klar, dass ein Paradigmenwechsel dringend ansteht, da sich die störenden Anomalien bzw. Phänomene kaum noch unterdrücken lassen.

Prof. Rupert Sheldrake schrieb über seine Einstellung zu den Naturwissenschaften
 (https://seinsart-magazin.de/rupert-sheldrake-interview-denker-am-rande-des-undenkbaren):


"Ich hatte schon früh den Eindruck, dass die Naturwissenschaften viel zu beschränkt sind, zu dogmatisch und zu reduktionistisch. Das hat mich schon als Student gestört. Doch damals dachte ich noch, dass es keine Alternative dazu gäbe. Ein erster Hoffnungsschimmer überkam mich beim Lesen von Goethes Schriften über Pflanzen und bei seiner "Farbenlehre". Diese eröffneten mir die Möglichkeit einer ganzheitlicheren Wissenschaft. Zwischen 1963 und 1964 studierte ich dann Wissenschaftsphilosophie in Harvard. Kurz zuvor war Thomas Kuhns Buch "Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen" herausgekommen. Ich fand die Idee des Paradigmenwechsels, welche die Hauptthese seines Buches ist, sehr aufregend.

Ich fühlte: Wissenschaft muss nicht für immer so bleiben, wie sie jetzt ist. Sie kann verändert werden. Seither interessiere ich mich für die Möglichkeit einer besseren und breiteren Art von Wissenschaft. Doch ich wollte immer, dass sie wissenschaftlich bleibt, und habe deshalb auch Zeit meines Lebens innerhalb wissenschaftlicher Disziplinen gearbeitet, Experimente durchgeführt, Artikel in Fachzeitschriften veröffentlicht und all das."