Wo ist der Bauplan gespeichert?

Sollte jemand gleich an diese Stelle gesprungen sein, dann wird die Antwort vielleicht befremdlich klingen, doch wer sich bis hierher mit offenem Geist bewegt hat, der wird intuitiv die folgende Antwort eher annehmen können:


Der Bauplan für die Organismen ist in einem höherdimensionalen nichtphysischen Informations- und Bewusstseinsfeld gespeichert. Dieses Bewusstseinsfeld steuert die Entwicklung von der Eizelle bis zum fertigen Organismus und vom Baby zum Erwachsenen, ist als eine Art Matrize für das gesamte Leben und ist auch für die Heilung nach Verletzungen und Krankheiten zuständig.
Diese ursächlichen geistigen Kräfte korrespondieren natürlich mit materiellen Regulatoren, wie z. B. Hormone und Botenstoffe.
In der Anthroposophie verortet Rudolf Steiner den Bauplan im Lebensbildeleib, dem Ätherleib.
Rudolf Steiner hatte seine höheren Sinne vollkommen ausgebildet und konnte die verschiedenen Körper (Leiber) des Menschen in ihrem Aufbau und ihrer Funktion schauen und erforschen.

Wie weiter oben erwähnt, gibt es eine Kopplung dieser nichtphysischen mit der bekannten physischen Realität. Wie diese Verbindung des formbildenden Feldes mit der DNS existiert, ist mir nicht bekannt. 

Eine Antwort auf die Frage nach dem Speicher des Bauplans setzt das Verständnis dessen voraus, dass Bewusstsein nicht ein abgeleitetes Phänomen des Gehirns ist, ein so genanntes Epiphänomen, sondern einer nichtphysischen ewigen geistigen Realität angehört. Das Gehirn ist eine Zentrale für die Interaktion zwischen Bewusstseinsfeld und physischen Körper. Durch die bildgebenden Verfahren der Neurowissenschaften werden lediglich diese Wechselwirkungen erfasst (das Gehirn ist der Spiegel der Gedanken). Es ist etwa so, als ob man durch bildgebende Verfahren, was bereits geschehen ist, einem Prozessor eines Computers bei der Arbeit zuschaute. Da findet man je nach laufendem Programm unterschiedliche Aktivitätsströme in den einzelnen Modulen der hochkomplexen Mikrochips. Doch die Software entstand nicht im Chip.


Eine Gottesvorstellung als eine Wesenheit irgendwo da draußen und getrennt von uns ist nicht hilfreich, macht eher Angst und wirkt befremdlich (s. a. Altes Testament). Erst wenn man sich von jeder Gottesvorstellung befreit, gibt es Raum für die unbegreifliche Existenz eines ewigen Seins. Meine Überzeugung, dass es ein ewiges nichtphysisches bewusstes Sein gibt, aus dem alles in die Manifestation kam, auch unser Universum und wir Menschen, gibt mir ein Verständnis für unserer Herkunft und für unsere Zukunft. Wir Menschen wurden eben nicht fertig aus lebloser Materie geschaffen oder sind aus Zufall entstanden, sondern entwickeln uns in einem langen Prozess der Involution des Geistes in die Materie und wieder zurück. Alle Wesen bestehen aus dem einen geistigen Urgrund, sind aus ihm entstanden und mit ihm verbunden. Wir sind alle Aspekte des einen Seins und damit als Individuen miteinander verbunden.

Die meisten Menschen haben eine konfuse Vorstellung von Gott, daher ist es wohl besser, keine zu haben.

Im Film Samadhi (am Anfang des zweiten Teils) fand ich eine passende "Gotteserklärung":

Swami Vivekananda (war einer der bedeutsamsten Yoga Meister der Neuzeit) fast die zeitgenössische Lehre dadurch zusammen, indem er sagte: "Das Ende aller Religionen liegt in dem Erkennen von Gott in der eigenen Seele. Dies ist die einzige universale Religion." Wenn wir in diesem Film das Wort "Gott" verwenden, handelt es sich schlicht um eine Metapher für die Transzendenz, die auf das große Geheimnis hinweist, das hinter einem limitierten, egoistischen Verstand steht. Um das wahre oder immanente "Selbst" eines Menschen zu realisieren, muss man sich seiner eigenen göttlichen Natur bewusst werden. Jede Seele hat das Potential, ein neues höhergradiges Bewusstsein zu erlangen.


Für mich sind Evolution und Geist-Schöpfung kein Widerspruch mehr.

Die Evolution des Lebens vollzog und vollzieht sich in unüberschaubaren Zeiträumen. Die Übergänge vom mineralischen zum pflanzlichen und schließlich zum tierischen und menschlichen Leben wurden durch Schöpfungsimpulse ausgelöst. Die Arten haben sich nicht im Sinne eines darwinistischen Stammbaumes entwickelt, sondern sind jede für sich aus einer spezifischen Urform in z. T. mannigfaltiger Form geschaffen worden.

Und warum gibt es nun Mücken und andere Blutsauger?
Meine Antwort und Überzeugung: Die kreativen schöpferischen Potenzen sind in allen Wesen vorhanden und es gab keinen Gott, der alle Lebewesen am 5. und 6. Schöpfungstag in der Materie perfekt geschaffen hat. Sondern die Schöpfung war und ist ein ko-kreatives Werk unzähliger schöpferischer Wesen, die z. T. unter dem freien Willen in einem vorgegeben Rahmen jede Richtung ausprobiert haben, auch in eine Richtung, die wir einfach vorschnell ablehnen.

Es gibt wahrlich noch sehr viel zu sagen zu diesem Thema, doch ein jeder findet die Wahrheit für sich heraus, sobald sich eine Tür für ein völlig anderes Weltverständnis geöffnet hat.

"Aus einem Irrtum wird keine Wahrheit,
auch wenn man ihn noch so verbreitet,
und aus einer Wahrheit wird kein Irrtum,
auch wenn kein Mensch sie sieht."
Mahatma Gandhi

Ganz herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit und viel Erfolg auf dem eigenen Weg der Erkenntnis, zur Wahrheit und zur Weisheit.
Der wissenschaftlich-materialistische Verstand, der die Entstehung des Lebens über den Zufall erklären will, hat die menschliche Zivilisation direkt an den Rand des Abgrundes geführt. Das Leben ohne Einbeziehung von geistigen Dimensionen erklären zu wollen, muss in einer Sackgasse enden.
In meiner Gewissheit, dass Leben ein schöpferischer Akt ist, voller Liebe und höchster Weisheit von Anfang an, sehe ich eine andere Welt, in der die Menschen wieder in direkter und bewusster Verbindung mit der schöpferischen Quelle (der ALLEINE) sind und endlich wieder ein menschenwürdiges Leben in einer gesunden Umwelt gestalten.

Ende Teil 2